Vorweg möchte ich sagen, die letzten zehn Jahre in der Kitafotografie haben sich richtig angefühlt. Das Gefühl, wenn ich beim Fotografieren in diese ehrlichen, großen Kinderaugen blickte, war einfach unbeschreiblich. Zumal ich diesen exklusiven Blick noch viele Male während meines Arbeitsprozesses genießen durfte und mir so einige Gänsehaut-Momente bescherte. Großen Anteil daran hatte nicht zuletzt eine liebe Kollegin, bei der ich damals einen Workshop zum Einstieg in die Kitafotografie machen durfte (ein lieber Dank an Dich Nicole!). Früher habe ich die Kitafotografie abgelehnt, weil ich dachte: das ist Masse statt Klasse! Ja, stimmt… bis auf das kleine Wort „statt“.
hat mit damals eröffnet, dass Volumenfotografie (viele Personen in wenig Zeit) durchaus auch Klasse haben kann. Das „Kann“ hängt wiederum stark von der Person hinter der Kamera ab und deren Einfallsreichtum bzw. gestalterischen Fähigkeiten. Mittlerweile sehe ich (zum Glück) jede Menge talentierter neuer Fotografen, die auf ganz wunderbare Art die schönsten Portraits von Kitakindern zaubern. Und diese Bilder sehen alles andere als gewöhnlich aus.
Doch um diese Ergebnisse zu erzielen, braucht es mehr als ein einfallsreiches Fotoset, eine gute Ausrüstung und dem Zeigefinger auf dem Auslöser. Ein Kitafotograf muss innerhalb von Sekunden eine Verbindung zwischen sich und dem Kind herstellen können, er muss Vertrauen schaffen, ohne Druck, um wirklich natürliche Bilder einzufangen. Ich denke das kann nur jemand, der tiefen Respekt und Liebe für diese kleinen Wesen hat. Außerdem hat ein guter Kitafotograf die Fähigkeit, im entscheidenden Moment abzudrücken… und der ist bei Kindern oft sehr, sehr kurz.
Es gibt Kitas, in denen läuft alles entspannt ab und es gibt welche, die uns Fotografen vor Herausforderungen stellt. Straffe Zeitpläne, Personalmangel oder andere Engpässe führen zu Frust auf beiden Seiten und ist mit einer klaren Kommunikation und einer guten Vorbereitung meist vermeidbar. Freundlichkeit und Verständnis auf beiden Seiten hat da noch nie geschadet. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich großen Respekt für die tägliche Arbeit in den Kitas habe. Das Personal, welches ich kennen lernen durfte, leistet ähnlich wie in der Pflege, nahezu Übernatürliches für eine vulnerable Gruppe in unserer Gesellschaft.
Neben sozialen Fähigkeiten gegenüber Kindern und dem Einrichtungspersonal haben wir natürlich auch noch die Eltern der Kinder, die letztlich von der Qualität der Bilder überzeugt werden dürfen und zum Kauf bewegt. Denn, das darf man bei allem nicht vergessen, geht der Kitafotograf ins volle Risiko bei seiner Arbeit. Er hat ein berechtigtes Interesse eine hervorragende Arbeit abzuliefern, denn er lebt vom Verkauf und den Einnahmen (die Arbeit hat er im Voraus vollumfänglich geliefert, auch wenn er nichts verkauft).
Die selbständigen Fotografen (und Einzelkämpfer) wissen wovon ich rede. Wir haben laufende Kosten, bilden uns permanent weiter und wenn wir krank sind (oder Frauen ein Kind gebären) fängt niemand unseren Ausfall auf. Nur arbeiten reicht nicht, wir müssen unsere Arbeit richtig gut machen. Es braucht eine gehörige Portion Eigenmotivation, jede Menge Disziplin und Sozialkompetenzen um diesen Job zu machen, und wir machen ihn wirklich gerne.
Soweit so gut, doch wo ist jetzt der Haken? Warum keine Kitafotografie mehr? Darüber schreibe ich in meinem nächsten Blogartikel ein paar ehrliche Worte. Schau also gerne wieder hier vorbei oder diskutiere zu aktuellen Themen auf meinen Social Media Plattformen mit. Bist du Kitafotograf oder arbeitest in der Kita? Oder hast du als Eltern Erfahrungen mit Kitafotografie gemacht? Lass mich deine Gedanken dazu wissen.
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Ich freu mich auf einen freundlichen und respektvollen Austausch!
Das folgende Bild ist mit KI erstellt. Diese Aufnahmeart und der Blick der Kinder hat mich jedes Mal tief berührt.
